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Modernes Hochbeet zur Hangabstützung

Modernes Hochbeet zur Hangabstützung

Ich stelle in diesem Beitrag einen Ausschnitt unseres bisher größten Bauprojektes im Garten vor. Das ganze Projekt hat sich auf etwa 4 Jahre gestreckt und umfasst zur Hanggestaltung den Bau der Gabionen-Elemente,  der gemauerten und mit Holz verkleideten Hochbeete und der Mauer mit Wasserfall.

Hier schreibe ich nun über die Planung, Umsetzung und Bepflanzung unserer Hochbeete. Wir sind noch immer sehr glücklich mit dem Ergebnis und es war alle Mühen wert!

Den Bau der Gabionen findet ihr in folgendem, früheren Blogbeitrag:  DIY Gabionen

Ausgangssituation

Von der Haustür bis zum Beginn der Auffahrt haben wir ca. 2-3 Meter Höhenunterschied. Da wir die Terrasse mit dem Rasen auf einer Ebene umgesetzt haben, ergab sich ein großer Anstieg des Gartens zur Auffahrt. Ursprünglich sollte hier nur eine Natursteinmauer halbkreisförmig gebaut werden. Aber damit konnte ich mich irgendwie nie richtig arrangieren. Nach einem langen Winter Nachdenken, kam uns irgendwann die Idee einer Kombination aus Gabionen, Hochbeet und einem L-förmigen Wasserelement. Weiter geht es mit den Hochbeet-Elemente.

Planung der Hochbeete

Zunächst feilten Norman und ich eine Weile an der Gesamtkonstruktion aus Gabione, Hochbeet und Wasserelement. Die beiden geplanten Hochbeete haben eine ähnliche Hanghöhe zu bewältigen und wir konnten sie gleichhoch planen. Die Breite/Länge der Beete haben wir aus optischen Gesichtspunkten im Gesamtobjekt entschieden. Sie sind quadratisch und haben im Zielzustand (anders als in der Grafik dargestellt) 2,20 Meter Breite bei einer Höhe von 1,20 Meter auf der Rasenseite und bis zu 40cm auf der Seite der Auffahrt.

Um uns die Dimensionen besser vorstellen zu können, taten wir zwei Dinge.  Als erstes haben wir im Garten die Eckpunkte mit Schnurnägeln abgesteckt und dabei Bänder in der geplanten Objekthöhe gespannt. Das ging für die Hochbeete noch recht gut. Als zweites war die Sketchup Skizze wichtig. Mit Hilfe des 3D-Modells konnten wir uns sehr genau das spätere  Ergebnis vorstellen.

Die Hochbeete mussten aufgrund der Hangabstützung stabil sein, deshalb bestellten wir hierfür Kellersteine und Baustahl.

Zusätzlich planten wir für die Hochbeete gleich mögliche Beleuchtung und Bewässerung ein.

Umsetzung mit Fremdleistung

Für die Baggerarbeiten, Fundamente und Mauerung holten wir uns Hilfe bei unserem Garten- und Landschaftsbauer – das trauten wir uns nicht selbst zu. Und das war auch ganz gut so! Die Baggerarbeiten am Hang sind für eine erste Baggerübung sicher nicht zu empfehlen und die bereits gepflanzten Bäume sollten nicht beschädigt werden.

Die folgenden Bilder zeigen die ausgehobenen und die fertigen Streifenfundamente. Um ein frostsicheres Fundament sicherzustellen, sind die Gräben 80cm tief bei einer Breite von ca. 40cm. In die Fundamente ist zusätzlich Stahlbewehrung eingearbeitet. Dabei verbinden die senkrechten Streben später Fundamt und Mauerwerk. Den Zement haben wir fertig anliefern lassen – das spart eine Menge Arbeit und der gelieferte Zement ist qualitativ sehr gut, da er perfekt gemischt ist. Wie man ein Streifenfundament für eine Mauer fachgerecht setzt, kann man gut im Netz nachlesen.

Die Kellersteine wurden bei uns mit der ersten Schicht direkt in den feuchten Beton gesetzt.  Besonders wichtig ist, dass die erste Schicht Steine 100% in waage steht. Leider wurde bei unserer Mauer eine Sperrschicht unter der ersten Steinreihe vergessen. Dadurch kann die Mauer Feuchtigkeit aus dem Boden ziehen. Für die Hochbeete ist dies unkritisch und unsichtbar, da wir die Holzverkleidung gewählt haben. Bei Putzmauern ist das leider keineswegs unerheblich.

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Erste Lage Kellersteine

In die Mauerung wurde alle zwei Reihen erneut Baustahl eingearbeitet und mit den senkrechten Streben verbunden. Mit Fertigstellung des rohen Mauerwerkes ging es nun mit unserer Eigenleistung weiter.

Umsetzung in Eigenleistung

Um ganz sicher zu gehen, dass die Mauer keinen Schaden nimmt, haben wir innerhalb der Pflanzkübel eine Bitumendickschicht aufgetragen. Das ist keine Arbeit die Spaß bringt. Eingehüllt in Ganzkörperanzüge aus dem Baumarkt haben wir abwechselnd die Bitumenschicht aufgetragen.

Als nächstes haben wir die Hochbeete aussen gestrichen. Zunächst mit einer Grundierung und dann mit anthraziter Aussenfarbe. Dies war deshalb notwendig, da die Holzverkleidung im Abstand von ca 2 cm angebracht werden sollte und damit der Hintergrund möglichst dunkel ist. Deshalb haben wir auch die Unterlattung im selben Farbton gestrichen. Diese wurde zunächst grundiert, um sie gegen Nässe zu schützen und dann anthrazit gestrichen.

Nun konnte der schönste Arbeitsschritt folgen, da man mit dem Holz endlich ein Ergebnis sieht. Wir haben ganz tolles thermobehandeltes Holz bekommen (bezogen über DeSka Holzkontor in Dätgen). Es handelt sich um Pappel, die mit der Thermobehandlung widerstandsfähig gegen Wettereinflüsse wird und mit der Zeit die typische silbergraue Patina ansetzt. Optisch haben wir uns für ein Rhombusprofil entschieden.

Die Unterkonstruktion haben wir mit Schlagdübeln an der Steinmauer befestigt und als nächstes die Rhombusprofilleisten an der Lattung verschraubt. Wichtig dabei ist der Einsatz rostfreier Schrauben. Für eine schöne, professionelle Optik hat Norman akurat darauf geachtet, dass die Schrauben alle in einer Flucht stehen. Ebenso aus optischen Gründen haben die Leisten an den Enden auf Gärung gesägt, so dass sie im Winkel aufeinander stossen.

Nach der Mauerverkleidung fehlte noch der obere Abschluss mit der Sitzbank. Dafür haben wir vom gleichen Holz Terrassendielen mit glatter Oberfläche gewählt. An die Sitzbankfläche schließt von unten ein Rhombusprofil bündig an. Auch hier haben wir alle Leisten auf Gärung geschnitten verbaut.

Mauerschutz am Hang

Um die Mauer an den Stellen zu schützen, an denen sie mit Erde in Berührung kommt, haben wir eine Noppenfolie verlegt. Diese haben wir knapp über dem Erdreich mit den zugehörigen Kunststoffleisten am Mauerwerk verschraubt. Ebenfalls wird empfohlen, ein Drainagerohr zu verlegen. Das haben wir ebenfalls gemacht, auch wenn ich skeptisch bin, ob dort jemals Wasser ankommt.

Bepflanzung

Die fertigen Hochbeete standen nun noch mindestens ein Jahr leer, da wir sehr lange überlegt haben, was wir hinein pflanzen wollen. Wichtig waren folgende Rahmenbedingungen: pflegeleicht, ganzjährig schön anzusehen, sichtschutzbietend. Gerade mit dem von Norman gewünschten Sichtschutz tat ich mich in Kombination mit den anderen Bedingungen schwer.

Irgendwann hatte wir als eingefleischte Sylt-Fans dann die Eingebung. Es sollten Kiefern in Buschform werden. Sie sind sehr pflegeleicht, sehen im Sommer und im Winter schön aus – nur bieten sie je nach Höhe wenig Sichtschutz. Optisch hätte sich ein Kieferbaum aber nicht so gut gemacht, wie der Busch. Also haben wir da die Abstriche gemacht!

Nach der zündenden Idee war die nächste Herausforderung, eine Gärtnerei zu finden, die diesen Busch in dieser Größe anbietet. Meist bekommt man nur die mickrig kleinen Kieferbüsche, wie im Baumarkt. Gut zu finden sind auch Kiefer-Hochstämme oder auf Bonsaiart geschnittene. Nach langer Suche haben wir am Ende eine Gärtnerei in Neumünster  (Tungendorfer Baumschulen) gefunden, die uns schön gewachsene Kiefernbüsche im späten Frühling liefern und einpflanzen mochte.

Und hier nun das fertige Beet:

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Hochbeet mit Kiefer

Am Boden der Kiefer haben wir Bärenfellgras gepflanzt, da sie zunächst nicht den gesamten Pflanzkübel ausfüllte. Mitlerweile sieht man vom Bärenfellgras nur noch die Rispen.

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